Frühe Bläsermusik in St. Johann

In St. Johann reichen die Aufzeichnungen über Bläsermusik bis in das 17. Jahrhundert zurück. Bereits 1687 scheinen erstmals „Trompetter et Paugger“ in Rechnungen anlässlich der St. Johanner Passionsspiele auf. Auch 1730 finden sich Aufzeichnungen über Blechbläser, und anlässlich der Glockenweihe von 1773 wird ebenfalls eine St. Johanner Bläsergruppe erwähnt.

Waren die Bläser seit der Barockzeit vor allem bei kirchlichen Anlässen im Einsatz, so entwickeln sich in Tirol ab etwa 1815 Blasmusikkapellen im heutigen Sinne, die damals wegen der neu verwendeten und ursprünglich aus den türkischen Janitscharenkapellen stammenden Tschinellen als „türkische Musik“ bezeichnet wurden.

Die Anfänge der Musikkapelle im 19. Jahrhundert

Im Laufe des 19. Jahrhunderts mehren sich die Berichte über eine Musikkapelle in St. Johann. Der „Bote für Tirol“ schreibt 1876 von der Ehrung zweier verdienter Musikanten, die „bereits über 50 Jahre als die ersten Kräfte mit lobenswertem Eifer aus Liebe und Interesse für die Kunst bei unserer Kapelle.“ wirkten.

Demnach muss in St. Johann mindestens schon 1826 eine Musikkapelle bestanden haben. Diese war damals allerdings noch innerhalb der Schützengesellschaft organisiert, wie mehrere Berichte der Tiroler Schützenzeitung beweisen. Erst im Jahr 1872 lösten sich die St. Johanner Musikanten von der Schützengesellschaft und gründeten einen eigenständigen Verein. Nun gab es auch eigene Statuten des Musik- und Gesangsvereins, der bereits ein Jahr nach der Gründung aus 100 Mitgliedern bestand, wobei damals auch die fördernden Mitglieder dazu gerechnet wurden. Die Kapelle selbst bestand aus höchstens 20 aktiven Musikanten. Diese traten vor allem bei kirchlichen Anlässen, wie Prozessionen und Gottesdiensten, sowie bei diversen festlichen Anlässen im Ort auf. Als erste eigene Veranstaltungen des Vereines werden im Jahr 1874 vier Konzerte und zwei Kränzchen erwähnt.

Es ist auch der Name des Kapellmeisters überliefert: es war dies der Schuhmachermeister Josef Bichler. Er setzte sich vor allem dafür ein, das Repertoire der Kapelle zu erweitern und die musikalische Qualität zu verbessern. Dies dürfte ihm offenbar recht gut gelungen sein, denn in mehreren Zeitungsberichten wird das Niveau der Kapelle immer wieder lobend erwähnt.

Josef Bichler leitete die Musikkapelle St. Johann bis 1890 und übergab in diesem Jahr den Taktstock an den Spenglermeister Peter Höflinger. Dieser konnte an die Aufbauarbeit seines Vorgängers anschließen und mehrere gut besuchte Konzerte veranstalten. Darüber hinaus nahm die Kapelle natürlich weiterhin ihre Verpflichtungen im Ort wahr, bei Prozessionen und kirchlichen Feiern auszurücken und diverse Festlichkeiten musikalisch zu umrahmen. Geprobt wurde damals sowohl im Schulhaus (heute Polytechnische Schule) als auch in den Gasthäusern des Ortes.

Im Gasthof zur Mauth gab es einen kleinen Saal mit Bühne, der meist von der Theatervereinigung verwendet wurde, doch war er auch für Veranstaltungen der Musikkapelle, wie Kränzchen und Konzerte geeignet. Außerdem ist überliefert, dass die St. Johanner Musikanten in der warmen Jahreszeit vereinzelt Konzerte in dem vom Verschönerungsverein kurz nach 1900 neu errichteten Hilscherpark gab, wo sich ein kleiner Pavillon befand.

Die Musikkapelle St. Johann 1890

Die Musikkapelle Anfang des 20. Jahrhunderts

Aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts sind uns sonst leider keine besonderen Aktivitäten der Kapelle überliefert, doch ist auf den Fotos von 1900 und 1901 zu erkennen, dass in dieser Zeit neue Uniformen angeschafft wurden. Kapellmeister Peter Höflinger leitete die Musikkapelle noch bis 1908 und übergab dann den Taktstock an Hans Ott.

Die Musikkapelle St. Johann 1901
 

Besondere Höhepunkte im ersten Jahr von Kapellmeister Ott waren ein großer Auftritt in Innsbruck anlässlich des 60-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph sowie die Feierlichkeiten zur Enthüllung des Dechant-Wieshofer-Denkmals am 20. September 1908.

Die Musikkapelle St. Johann 1908

In den folgenden Jahren gab es keine nennenswerten Ausrückungen, außer die üblichen Platzkonzerte im Sommer und die alljährlich wiederkehrenden kirchlichen und weltlichen Feste, an denen die Musikkapelle traditionellerweise mitwirkte.

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, mussten mehrere Musikanten einrücken, und da die Kapelle ohnehin nur aus etwa 20 aktiven Mitgliedern bestand, wurde der musikalische Betrieb eingestellt. In dieser Zeit gingen die meisten Uniformen und manche Instrumente verloren, und nach 1918 war auf Grund der allgemeinen Probleme der Kriegsnachwehen und der hohen Inflation zunächst nicht an eine Neuformierung der Musikkapelle zu denken.

Erst 1923 setzten die Einträge in den Protokollbüchern wieder ein. Da Kapellmeister Hans Ott noch immer nicht vom Krieg zurückgekehrt war, übernahm vorerst wieder Altkapellmeister Peter Höflinger die musikalische Leitung. Gleichzeitig wurde erstmals auch ein Obmann für die Musikkapelle gewählt – es war dies der Mauthwirt, Alfred Brunner.

Die Musikkapelle veranstaltete in diesem Jahr schon sieben Platzkonzerte und rückte zu 16 Festlichkeiten aus, wobei hier vor allem drei für den Ort besonders wichtige Feiern zu erwähnen sind: Im April wurde die Antoniuskapelle nach dem Brand von 1916 wieder eingeweiht, im Mai fand die Einweihung des neu errichteten Kriegerdenkmals statt, und im Oktober weihte der Salzburger Weihbischof, Anton Keil, die neuen Glocken der Dekanatspfarrkirche, nachdem die alten im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen worden waren. Unter Böllerschüssen geleitete die Musikkapelle unter Leitung des inzwischen aus dem Krieg heimgekehrten Hans Ott die Glocken vom Bahnhof ins Dorf, wo die Kapelle ein „Glockenkonzert“ gab.

Noch vor Otts Rückkehr gab es im Jahr 1923 auch einen besonderen Auftritt. Die Musikkapelle fuhr unter der Leitung von Alt-Kapellmeister Peter Höflinger zum Katholikentag nach Wien. Für dieses Gastspiel musste man sich jedoch Hüte und Uniformjacken von den Schützen ausleihen, da der eigene Bestand an Uniformen äußerst spärlich war. Zudem erhielt die St. Johanner Kapelle tatkräftige Unterstützung durch Musikanten aus Oberndorf. Erst ein Jahr später gab es wieder einheitliche Uniformen, indem die wenigen bestehenden grauen Jacken ergänzt sowie Hosen und Hüte angeschafft wurden.

Ab 1924 sind Leni Gratt und Kathi Kutner die ersten Marketenderinnen der Musikkapelle St. Johann in Tirol.

1926 nahm die Musikkapelle St. Johann in Tirol gemeinsam mit der Musikkapelle Kitzbühel am großen Turnerfest in Wien teil, wo die Kapellen fast fünf Stunden vor dem Parlament zur Defilierung aufspielten. Danach gaben die St. Johanner Musikanten noch ein viel umjubeltes Konzert in Schönbrunn.

Im Jahr 1926 wurde eine „Trachten-Uniform“ für die Musikkapelle St. Johann in Tirol angeschafft. Als Vorbild nahm man die Tracht des Freiheitskämpfers Josef Speckbacher, der 1809 sein Hauptquartier in St. Johann aufgeschlagen hatte.

 
 
 
Kapellmeister Hans Ott mit den Marketenderinnen Leni Gratt und Kathi Kutner 1926
Die Musikkapelle St. Johann 1926

Die Zeit unter Kapellmeister Johann Zobel

1930 übernahm Hans Friedl das Amt des Obmannes und versuchte, die Kapelle wieder neu zu formieren, nachdem es im Vorjahr nur noch zwei Ausrückungen, nämlich zu Allerheiligen und bei einer Beerdigung gab. Hans Ott legte im selben Jahr den Taktstock nieder, und zu seinem Nachfolger wurde Hans Zobel gewählt. Dieser begann sofort, die Kapelle wieder aufzubauen. So gab es im folgenden Jahr schon 93 Proben und 18 Ausrückungen, und der Kapellmeister bemühte sich, die Kapelle zu vergrößern indem er mehrere Nachwuchsmusikanten ausbildete. 1932 wurden erstmals wieder Platzkonzerte abgehalten, und es gab auch ein Musikfest in St. Johann. Zobel führte die Kapelle in den folgenden Jahren zu einer musikalischen Blüte, die jedoch durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs jäh unterbrochen wurde. Die meisten Musikanten mussten einrücken, und nur wenige, die ein entsprechendes musikalisches Können vorweisen konnten, hatten das Glück, als Soldaten in einer Militärkapelle oder gar in der Standortkapelle der Edelweißkaserne in St. Johann unterzukommen.

Die Musikkapelle St. Johann 1932

Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten Kapellmeister Zobel und Obmann Friedl den Verein abermals aufbauen. Nach siebenjähriger kriegsbedingter Unterbrechung fand im November 1945 die Jahreshauptversammlung zur Neugründung der Musikkapelle statt. Es wurde der fünf gefallenen Musiker gedacht, sieben waren noch in Gefangenschaft, sodass Zobel nur auf 23 Musiker zurück greifen konnte, doch er hatte schon während des Sommers 15 Musikschüler aufgetrieben, die er bereits ausbildete. Als Probelokal wurde der alte Schießstand von der Gemeinde ausgebaut und zur Verfügung gestellt. Von Mai bis November 1945 gab es bereits sieben Ausrückungen und 15 Proben. Als Kleidung wurden graue Uniformen organisiert, die aus alten Wehrmachtsbeständen geschneidert waren.

1945 veranstaltete die Musikkapelle das erste Sommernachtsfest auf dem Hauptplatz. Die damals noch „Jahrmarkt“ genannte Veranstaltung, welche auch in den Folgejahren stattfand, war übrigens der Vorläufer für das heutige Fest „Jaggasn.“

1946 bestand die Kapelle bereits aus 45 Mann, und man gab schon Gastkonzerte in Zell am See und in Kramsach. 1948 hatte die Musikkapelle einen großen Auftritt beim Domfest in Salzburg.

Die Musikkapelle St. Johann 1948

Ab den 1950er Jahren gab es mehrere Gastspiele und Auslandsfahrten, die allesamt große Begeisterung bei den Zuhörern auslösten: Oktoberfest in München (1950, 1951) Bad Ischl und Gmunden (1951), Bad Reichenhall (1950 und 1951), Südtiroler Landesmusiktreffen in Meran (1954), Landesumzug zum Andreas-Hofer-Jahr in Innsbruck (1959). Konzertfahrt nach Ziersdorf in Niederösterreich (1962), Konzert im Donaupark Wien bei der Internationalen Gartenschau (1965). Höhepunkt der Auslandsgastspiele unter Kapellmeister Zobel war ein Konzert in der Niedersachsenhalle Hannover vor über 3.000 Zuhörern (1957).

Unter Kapellmeister Zobel führte die Musikkapelle St. Johann in Tirol 1955 auch die Umstellung von der seit dem 19. Jahrhundert gängigen „hohen Stimmung“ auf „Normalstimmung“ durch.

1956 fanden die Markterhebungsfeiern von St. Johann statt, und die Musikkapelle war zwei Tage lang voll im Einsatz, da gleichzeitig mit der Markterhebung auch das Bezirksmusikfest in St. Johann begangen wurde.

1957 trat Hans Friedl nach 27 Jahren als Obmann zurück und wurde zum Ehrenobmann ernannt. Zu seinem Nachfolger wählte man Johan Haggenmüller, der allerdings schon im Jahr darauf von Paul Stöckl abgelöst wurde.

1958 griff Kapellmeister Zobel die Idee auf, in St. Johann einen Musikpavillon zu errichten. Dieser wurde bereits ein Jahr später von der Gemeinde gemeinsam mit der Musikkapelle errichtet, und von nun an gab es in den Sommermonaten sogar zwei Platzkonzerte pro Woche.

Die Musikkapelle St. Johann 1962

Die Zeit unter Kapellmeister Andreas Wurzrainer

Im Dezember 1965 legte Kapellmeister Johann Zobel nach 35 Jahren den Taktstock nieder und übergab einen bestens bestellten Verein. Die Musikkapelle St. Johann in Tirol hatte damals einen Aktivstand von 41 Mann, die 138 Tätigkeiten im Jahr bewältigten. Bei der Jahreshauptversammlung wurde Andreas Wurzrainer zum neuen Kapellmeister gewählt. Die Generalversammlung ernannte Hans Zobel zum Ehrenkapellmeister.

Gleich im darauf folgenden Jahr absolvierte Wurzrainer mit seinen Musikanten eine einwöchige Reise nach Berlin zur Steglitzer Festwoche, bei der die St. Johanner mehrere umjubelte Konzerte gaben. 1972 fuhr man abermals nach Berlin. In dieser Zeit war die Musikkapelle öfters als Werbeträger für St. Johann im Einsatz und gab Gastspiele in Oftersheim bei Mannheim (1966), in der Schwäbischen Alb (1967), in Langenlois (1971) sowie beim Schützenfest in Freising. Dazu kamen Konzerte in der näheren Umgebung, wie bei den Sommernachtsfesten in Hopfgarten und Erpfendorf (1966), in Reit im Winkel oder beim Dorffest in Waidring.

Unter Kapellmeister Wurzrainer kam es auch zu mehreren Radio- und Fernsehauftritten: 1968 gab es die Rundfunkübertragung eines Frühschoppenkonzertes, 1970 wurde die Rundfunksendung „Autofahrer unterwegs“ aus St. Johann unter Mitwirkung der Musikkapelle übertragen. 1974 wurden vom ZDF Ton- und Filmaufnahmen für die Sendung „Die Musik kommt“ gemacht, und im Jahr 1967 wirkte die Kapelle beim Spielfilm „Da lacht Tirol“ mit.

Ein besonderer Höhepunkt im Vereinsleben dieser Zeit war auch das Bezirks-Musikfest mit Wertungsspiel in St. Johann 1966.

Bereits 1967 begann die Gemeinde mit dem Neubau eines Musikheimes an der Kitzbüheler Ache, das 1970 eröffnet werden konnte und eine Heimstätte für die Musikkapelle, die Schützengilde und die Sängerrunde wurde. Die Wohnungen in den oberen Geschossen standen vorrangig für Musikanten zur Verfügung.

1970 legte Paul Stöckl das Amt als Obmann zurück. Sein Nachfolger wurde der Spenglermeister Peter Höflinger, dessen Vater bereits um die Jahrhundertwende Kapellmeister war. Höflinger bleib zwei Jahre im Amt, dann übernahm Ing. Erwin Blassnigg die Obmannschaft.

Da die Musikkapelle gegen Ende der 1960er Jahre wieder einmal große Nachwuchsprobleme zu beklagen hatte, begann Alfred Reiter 1971 mit der Ausbildung der Jungmusikanten. Er konnte zahlreiche Jugendliche für das Erlernen eines Blasinstrumentes begeistern und baute in den folgenden Jahren eine Jugendkapelle auf, die er 1974 im Rahmen einer Christbaumversteigerung erstmals als St. Johanner Jungmusikkapelle vorstellte. Sie bestand aus 28 Burschen im Alter von 11 bis 19 Jahren.

Die Musikkapelle St. Johann 1970

Die Zeit unter Kapellmeister Alfred Reiter

Im Laufe des Jahres 1974 kam es allerdings zu Unstimmigkeiten zwischen der offiziellen Musikkapelle und Reiters Jugendkapelle, sodass Andreas Wurzrainer bei der Generalversammlung im Herbst das Kapellmeisteramt nieder legte. Vizekapellmeister Alfred Reiter wurde zu seinem Nachfolger gewählt, doch traten darauf hin zahlreiche „altgediente“ Musikanten aus. Sie gründeten unter der Leitung von Wurzrainer die Unterhaltungskapelle „St. Johanner Dorfmusikanten“, die bis 1982 bestand.

Mit dem Kapellmeisterwechsel 1974 wurde auch ein neuer Obmann gewählt, es war dies der Drechslermeister Matthias Rass. Bereits im ersten Jahr der Tätigkeit von Alfred Reiter als Kapellmeister der Musikkapelle St. Johann in Tirol, die nun großteils aus den jungen von Reiter ausgebildeten Musikanten bestand, fuhr die Musikkapelle 1975 zu einem Auslandsgastspiel nach Wasselone in Frankreich. Weitere Auslandsfahrten folgten in den Jahren danach – vor allem nach Deutschland (Bonn, Fuldabrück, Wolfsburg, Hamburg) aber auch nach Eupen in Belgien, nach Wien und nach Südtirol.

Höhepunkt der Auslandsgastspiele unter Kapellmeister Reiter war aber zweifellos die Tournee zum 200-Jahr-Jubiläum der Vereinigten Staaten von Amerika 1976 mit Konzerten in New York, Allentown, Philadelphia, Baltimore, Washington, Cleveland, Toledo, Detroit und in der St. Johanner Partnerstadt Redford. Für diese Tournee, die von der Tirol-Werbung großzügig unterstützt wurde, schaffte die Musikkapelle eigens rote Trachtenjanker an.

Die Musikkapelle St. Johann 1976

Weitere Gastspiele und Auslandskonzerte unter Kapellmeister Reiter gab es 1976 bei der Pan-Europa Wallfahrt in Maria Zell, beim Landesmusikfest in Innsbruck (1977), bei der Tagung der Pan-Europa-Bewegung in Innsbruck (1977), beim internationalen Reit- und Springturnier in Laxenburg (1978) bei einer Werbefahrt mit dem Tourismusverband nach Bonn (1978), bei der Verschwisterungsfeier in der St. Johanner Partnerstadt Fuldabrück (1979), bei der Werbefahrt mit Christbaumübergabe in Regensburg (1980), bei der Fahrt in die Partnerstadt Fuldabrück und zur Bundesgartenschau Kassel (1981), beim Musikfest in Uttendorf (1982), beim Jubiläum der Pan-Europa-Bewegung in Wien mit Umrahmung der Messe im Stephansdom und Konzert im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins (1982), bei der Werbefahrt nach Ingolstadt mit Christbaumübergabe (1982), beim Musikfest St. Georgen in Südtirol (1983), bei der Konzertfahrt nach Eupen in Belgien (1983), beim Schützenfest in Vorsfelde bei Wolfsburg (1984) und bei der Werbefahrt mit Christbaumübergabe in Hamburg (1984).

1980 legte Paul Stöckl das Amt des Obmannes nieder und der Gemeinde-Waldaufseher Franz Egger wurde zum neuen Obmann gewählt. 1981 wirkte die Musikkapelle bei der Radioübertragung der Sendung „Österreich-Ralley“ mit, und 1982 erfolgte eine Radioaufnahme im ORF-Studio Innsbruck.

Anfang der 1980er Jahre steigerte sich das Ausrückungspensum der Musikkapelle auf Grund der zunehmenden touristischen Veranstaltungen auf 157 Tätigkeiten im Jahr. Neben den sommerlichen Platzkonzerten beim Musikpavillon waren die musikalischen Höhepunkte vor allem die Frühjahrs- und Cäcilienkonzerte sowie die erfolgreichen Teilnahmen an den Bezirks-Wertungsspielen, bei denen die Musikkapelle St. Johann in Tirol in Stufe C mehrmals die Note „1. Rang mit Auszeichnung“ erringen konnte.

Die Zeit unter Kapellmeister Wilhelm Kröll

1985 legte Reiter sein Amt als Kapellmeister zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Wilhelm Kröll gewählt, der damals mit 23 Jahren der jüngste Kapellmeister in Tirol war.

Die Musikkapelle hatte in diesem Jahr einen Aktivstand von 46 Musikanten und bewältigte 147 Tätigkeiten Das Cäcilienkonzert unter der Leitung des neuen Kapellmeisters im Dezember 1985 fand großen Anklang. Ein Jahr darauf fand das Bezirks-Musikfest in St. Johann statt, das ebenfalls ein großer Erfolg wurde.

Die Musikkapelle St. Johann 1986

1987 wurde der Justizangestellte Gerhard Holzer zum neuen Obmann gewählt. Er führte dieses Amt bis 1992 aus. Danach übernahm Gidi Döttlinger, Bauer beim „Moar“ dieses Amt.

Die Musikkapelle St. Johann 1992 vor dem Gasthof Post

Musikalische Höhepunkte in den 1990er Jahren waren neben den alljährlichen Frühjahrskonzerten in der Aula der Hauptschule und den im Zweijahresrhythmus durchgeführten Bezirks-Wertungsspielen, das Landeswertungsspiel in Jenbach (1997), die Mitwirkung bei der Live-Fernsehsendung ORF-Musikantenstadel aus St. Johann (1994), die Aufführung des großen Österreichischen Zapfenstreichs (2000) und das Bezirksmusikfest in St. Johann (1996).

Die Musikkapelle St. Johann 1996

Auch unter Kapellmeister Kröll gab es mehrere Auslandsfahrten und Konzertgastspiele: 1987 eine Werbefahrt nach Hamburg mit Christbaum-Übergabe, 1997 ein Konzert in Bad Heroldsbach in Oberfranken, 1996 eine Werbefahrt zum Schützenfest nach Vorsfelde bei Wolfsburg und ein Konzert in Hippach, 1991 die Teilnahme am Bezirks-Musikfest in St. Johann im Walde, 2000 ein Gastkonzert in Obernberg am Brenner und 2001 ein Konzert beim Musikfest in Melk.

Im Jahr 2000 legte Gidi Döttlinger seine Obmannschaft nieder, zum neuen Obmann wurde der Finanzbeamte Walter Schlemaier gewählt.

Die Zeit unter Kapellmeister Rudolf Friesinger

Bei der Jahreshauptversammlung im Jänner 2003 legte Kapellmeister Wilhelm Kröll seine Funktion nach 18 Jahren nieder. Da er diesen Schritt bereits ein Jahr zuvor angekündigt hatte, konnte früh genug ein Nachfolger gefunden werden, und so wurde der Justizbeamte Rudolf Friesinger zum neuen Kapellmeister gewählt. Er war vorher schon einige Jahre Kapellmeister von Jochberg gewesen.

Friesinger kümmerte sich in enger Zusammenarbeit mit der Landesmusikschule St. Johann in Tirol besonders um die Jugendarbeit und legte den Grundstein für die Vergrößerung der Kapelle durch Jungmusikanten, die in den folgenden Jahren vermehrt in die Musikkapelle eintraten.

Die Musikkapelle St. Johann 2003
Die Musikkapelle St. Johann 2004

Im Dezember 2003 wirkte die Musikkapelle bei der ORF-Volksmusiksendung „Mei liabste Weis“ mit, die aus St. Johann übertragen wurde. Ein weiterer Fernsehauftritt unter Kapellmeister Friesinger waren 2006 zwei Übertragungen des ORF-Frühschoppens aus dem St. Johanner Kaisersaal.

2004 gab es zwei Konzertreisen: im Sommer nach Niederdorf im Pustertal und im Dezember zum Nikolausfest in Neuves Maisons bei Nancy in Frankreich. 2005 fuhr die Musikkapelle zum Musikfest nach Prellenkirchen in Niederösterreich.

Weitere musikalische Höhepunkte unter Kapellmeister Friesinger waren neben den Frühjahrskonzerten, von denen jenes im Mai 2005 erstmals als Gala-Konzert im neu errichteten Kaisersaal stattfand, die Konzerte in den St. Johanner Ortsteilen Winkl und Apfeldorf sowie die Auftritte zum 50-jährigen Wiedergründungsjubiläum der Feller Schützen mit Aufführung des Großen Österreichischen Zapfenstreichs 2003 und die Jubiläumsfeiern zur 25-jährigen Gemeindepartnerschaft mit Fuldabrück in St. Johann 2004.

2004 übersiedelte die Musikkapelle St. Johann in Tirol vom Musikheim am Schwimmbadweg (heute Kinderkrippe Spatzennest) in ihre neuen Räume im Untergeschoß des Kaisersaales.

Die Zeit unter Kapellmeister Hermann Ortner

Im Herbst 2005 legte Rudolf Friesinger sein Kapellmeisteramt nieder, um sich verstärkt der Nachwuchsarbeit für die Kapelle kümmern zu können. Zu seinem Nachfolger wurde der Ellmauer Volksschullehrer Hermann Ortner gewählt, welcher vorher bereits 25 Jahre lang als Kapellmeister von Scheffau mit aufsehenerregenden Konzerten weitum Bekanntheit erlangte.

Der neue Kapellmeister stellte sich im Februar 2006 mit einem Kirchenkonzert der Bevölkerung vor. Im selben Jahr fand auch das Bezirks-Musikfest in St. Johann statt.

Die wöchentlichen Platzkonzerte im Sommer wurden auf „Sommerkonzerte“ umbenannt und durch Multi-Media-Shows sowie Gesangseinlagen erweitert. Seither steht jede Woche ein anderes Thema auf dem Programm und Gastmusiker werden eingeladen. Dieses neue Konzept wurde von Beginn an von den Gästen und Einheimischen mit Begeisterung aufgenommen.

Am 31. Dezember 2006 trat die Musikkapelle St. Johann in Tirol gemeinsam mit der Musikkapelle Innsbruck Arzl beim „Sylvesterstadl“ mit Andy Borg in Innsbruck auf. Für diesen Auftritt wurde extra ein Medley von Walter Schwanzer mit dem Titel „Marsch Highlights“ komponiert.

2007 trat die Musikkapelle beim Bezirks-Wertungsspiel erstmals in Stufe D auf und errang mit 90,5 Punkten das beste Ergebnis des Musikbezirkes. In diesem Jahr sind außerdem die Fahnenweihe der Feller-Schützen mit Aufführung des Großen Österreichischen Zapfenstreichs in der Wintersteller-Kaserne gemeinsam mit den Feller-Schützen und der Musikkapelle Oberndorf sowie das Eröffnungskonzert beim Bezirksmusikfest in Westendorf zu erwähnen.

Bei der Jahreshauptversammlung 2007 wurde Andreas Schedler als Nachfolger von Walter Schlemaier zum Obmann gewählt. Im selben Jahr nahm die Musikkapelle eine CD mit dem Titel „Sankta Johanna“ auf, die beim Frühjahrskonzert 2008 präsentiert wurde. Auf Grund des großen Publikumsandranges fand das Frühjahrskonzert erstmalig an zwei Terminen statt.

Ein besonderer Höhepunkt des Jahres 2008 war neben dem Frühjahrskonzert vor allem das Kirchenkonzert im Februar, das um 6 Uhr früh begann und ein fulminanter Erfolg wurde. Erwähnenswert ist auch die Konzertfahrt zum internationalen Musikfestival in Rtyne in der Tschechischen Republik im Juni 2008.

2009 wurde mit Ralf Wiemann erstmals ein eigener Stabführer gewählt, der beim Marschwertungsspiel anlässlich des Bezirks-Musikfestes in Oberndorf seinen ersten großen Auftritt hatte. Anlässlich des Andreas-Hofer-Jubiläumsjahres wurde 2009 auch der Große Österreichische Zapfenstreichs gemeinsam mit der Feller-Schützenkompanie aufgeführt.

Die Sommerkonzerte wurden ab 2009 noch stärker ausgebaut, wobei in den folgenden Jahren zahlreiche Gaststars bei den verschiedenen Mottokonzerten mitwirkten: so der international gefeierte Startrompeter Franz Hackl und sein Kollege Thomas Gansch von „Mnozil Brass“, der Tiroler Jazz-Saxophonist Florian Bramböck mit seiner Band „Die Erben“, der deutsche Saxophonstar Pete Tex, der slowakische Startrompeter Vlado Kumpan, der aus Oberndorf stammende Posaunenvirtuose Alois Eberl, die Gospel-Sängerin Gail Anderson oder Volksmusik-Star Norbert Rier von den „Kastelruther Spatzen.“ Die steirische Rockband „Stoakstrom“ war bei uns mehrmals zu Gast, so wie auch Komponist und Allround-Musiker Hermann Delago, Boogie-Pianist Christoph Steinbach oder das Gesangsensemble „The Kittens“, wobei zwei Sängerinnen daraus, Barbara Fischer und Ingrid Reischl-Wimmer, sogar Mitglieder der Musikkapelle St. Johann sind und immer wieder auch mit Solonummern bei den Konzerten auftreten. Als weitere Gesangssolisten sind auch Jennifer Lary, Johannes Puchleitner, und Stefan Gieringer zu nennen.

Die Musikkapelle St. Johann 2009 unter Kapellmeister Hermann Ortner und Stabführer Ralf Wiemann

Im März 2010 war das Frühjahrskonzert wieder ein Riesenerfolg. Schon im Vorfeld waren die zwei Termine mit über 1.000 Zuhörern restlos ausverkauft, und im Mai 2010 konnte die Musikkapelle beim Wertungsspiel in St. Ulrich mit Punkten in Stufe D einen hervorragenden Erfolg erzielen.

Auch im organisatorischen Bereich des Vereines wird laufend an Verbesserungen gearbeitet. So kam es 2011 zur Erstellung eines Leitbildes, und bereits seit 2008 gibt die Musikkapelle alljährlich die vereinseigene Zeitschrift „St. Johanner Notenblattl“ heraus, die an alle Haushalte in St. Johann in Tirol und an zahlreiche Abonnenten geschickt wird.

2011 musste man das Frühjahrskonzerte erstmals an drei Tagen durchführen, da der Publikumsandrang in zwei Tagen nicht mehr hätte bewältigt werden können. Höhepunkte der Frühjahrskonzerte in den letzten Jahre waren die Uraufführung des St. Johanner Marsches von Ehrenmitglied und Alt-Kapellmeister Andreas Wurzrainer und die Aufführung von Gershwins Rhapsodie in Blue mit der Pianistin Mariela Rabl-Konstantinova (2011), die Aufführung von Guldas Konzert für Cello und Blasorchester mit Solistin Sunhild Anker und die multimediale Präsentation mit 3D-Bildern zum symphonischen Werk „Hymn of the Highlands“ von Philip Sparkes (2012), die Aufführung von Werner Pirchners Skandalwerk aus dem Jahr 1977 „Präludium und Fiasko“ (2013) sowie die Uraufführung des Fellerschützenmarsches von Helmut Maurberger (2014).

Die Reihe der innovativen Konzertprogramme setzte sich auch 2015 fort. So wurde die slowenische Komponistin Maja OsoJnik beauftragt, eine Klanginstallation für die Musikkapelle St. Johann in Tirol zu komponieren. Die Uraufführung fand im Rahmen des Festivals artacts ‘15 des Vereins Musik Kultur St. Johann statt, und auch auf dem Programm des Frühjahrskonzertes 2015 stand dieses ungewöhnliche Werk mit Klängen, die man wohl noch nie zuvor so von einer Blaskapelle so gehört hat.